Beim letzten Yoga fürs Leben Seminar hatte eine liebe Teilnehmer eine sehr wertvolle Erkenntnis zum Thema Meditation gewonnen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren ihr Meditationen immer sehr unangehm, da ständig so viele Gedanken auftauchten, und sie versuchte, diese zu verdängen. Was natürllich sehr mühsam für sie war.

Yoga bedeutet laut Patanjalis Yoga Sutra (yogaś citta-vṛtti-nirodhaḥ) „Das Zur-Ruhe-Bringen der Gedanken im Geist“

In der Meditation geht es nicht darum unsere Gedanken zu vertreiben. Es geht darum zu beobachten und ganz liebevoll mit uns und unseren Gedanken umzugehen. Wenn du dich zum Beispiel in deiner Meditation bewusst auf deinen Atem konzentrierst und dann doch wieder die Wäsche oder der Termin am Nachmitttag oder der Streit dem Partner in den Gedanken auftaucht ist das nichts schlechtest. Es geht darum bewusst wahrzunehmen welche Gedanken auftauchen und dann wieder bewusst zum Objekt der Meditation zurückzukehren (zB zu deinem Atem oder zu eine Mantra).

Wenn du also bemerkst, dass du mit deinen Gedanke abgeschweift bist, lächle, danke dir dafür, dass du es bemerkt hast und kehre wieder sanft mit deiner Aufmerksamkeit zurück (zu deinem Meditationsobjekt).

„Achtsamkeit ermöglicht uns, zu entscheiden, ob wir auf einen Gedankenzug aufspringen wollen oder nicht, beziehungsweise, wenn wir unwillkürlich aufgesprungen sind, ermöglicht sie uns, bei der nächsten Station auszusteigen, statt bis zur Endstation mitzufahren.“ Sarah Silverton

Es gibt viele unterschiedliche Formen von Meditation. Es muss nicht immer eine Meditation im Sitzen und in Stille sein.

 

Formen der Meditation

 

Im Sitzen

Nimm dazu am Boden (zB auf einer Decke, einem Kissen oder einer Meditationsbank) oder auf einem Stuhl platz. Wenn du auf einem Stuhl sitzt, dann achte darauf am vorderen Ende der Sitzfläche zu sitzen. Verbinde dich mit beiden Fußsohlen gut mit dem Boden. Dein Sitz sollte bequem sein, deine Wirbelsäule sollte sich mühelos aufrichten dürfen. Schließe sanft deine Augen und nimm deinen Atem wahr – die Atemachtsamskeitsmeditation kann viele Formen haben. EIn Möglichkeit ist, dass du dir mit deinem Atem im Geiste folgende Sätze sagst: „Einatmend bin ich mir bewusst, ich atme ein. Ausatmend, bin ich mir bewusst, ich atem aus.“ Oder: „Einatmend lächle ich, ausatmend entspanne ich.“

 

Yin Yoga

Durch das lange Verweilen in jeder einzelnen Asana, ist jede Übung/Asana für sich eine Meditation. Versuche dabei deine Aufmerksam bei deinem Atemfluss zu behalten und wenn du abscheifst, sanft wieder zurückzuholen. Falls dir das zu Beginn noch schwer fällt, lass dich nicht entmutigen und bleibe dran – durch regelmäßiges üben und praktizieren wird es immer einfacher und entspannender – bis du tatsächlich voll und ganz im Moment verweilst. Wenn du mehr über Yin Yoga erfahren willst, lies diesen Artikel mit Video.

 

Asanas – Meditation in Bewegung

An sich kann jede einzelne Asana eine Meditation sein, aber auch das Aneinanderreihen von Asanas im Atemfluss und die regelmäßige Wiederholung können zu einer Form der Meditation werden. Ein bekanntes Beispiel für einen solchen Bewegungsablauf/Flow ist der Sonnengruß – hier findest du eine Variante – den Yoga fürs Leben Sonnengruß.

 

Bewegte Meditation

Es gibt außerdem verschiedene Meditationen mit dazu passender Musik. Ein Beispiel dafür ist die Kundalini-Meditation nach Osho. Diese dauert eine Stunde und besteht aus 4 aufeinanderfolgenden und gleich langen Teilen:

1. Schütteln
2. Tanzen
3. Sitzen
4. Liegen

Beim Schütteln verlasse dich auf deinen Körper und geh ganz auf seinen Bewegungsdrang ein. Versuche dabei, deine Gedanken vom bewussten Schütteln zu lösen und deinen Körper von selbst arbeiten zu lassen. Vom Schütteln kannst du direkt ins Tanzen übergehen. Achte auch hier darauf, dass du dich von deinem Körper und nicht deinen Gedanken leiten lasst. Im dritten Teil setze dich in eine für dich bequeme Haltung auf den Boden oder einen Stuhl. Achte darauf, dass du dich nicht anlehnst. Verweile die gesamte Musik über in dieser Position und lass dich von den Klängen tragen. Zuletzt komm in die Rückenlage und spüre nach – versuche deine Gedanken bei dir zu behalten und ganz in die Töne der Musik einzutauchen. Ein Tipp für alle vier Teile: Schließe deine Augen und lass dich von deinem Körper und seinen Bewegungen überraschen.

 

Celestial Communication

Himmlische Kommunikation – ein gesungenes Mantra kombiniert mit Bewegungen (meist der Hände) oder des ganzen Körpers. Ein Beispiel dafür ist das Gobinde Mukande Mantra. Hier findest du eine seperaten Artikel zur Celestial Communication und eine Video zum Mitmachen für das Gobinde Mukande Mantra.

 

 

Tipps für deinen Start mit der Meditation im Sitzen und im Alltag

Zu Beginn mag es leichter sein, sich nicht nur auf den Atem, sondern auch auf Visualisierungen zu konzentrieren. Wenn der Geist etwas mehr beschäftigt wird, lässt er sich nicht so leicht ablenken. Im Folgenden werden 3 Techniken zusammengefasst, an denen die Meditation zu Hause ausprobiert werden kann.

 

Lächelnder Körper
„Komm in einen für dich angenehmen Sitz, die Wirbelsäule soll sich mühelos aufrichten können. Schließe sanft deine Augen und legen deine Hände auf deinen Oberschenkeln ab. Beobachte einige Sekunden lang deinen Atem, zieh dann deine Mundwinkel etwas hoch, lächle sanft und stell dir dann vor, wie du mit der Einatmung dein Lächeln in deinen Körper aufnimmst – so lange bis jede einzelne Zelle deines Körpers lächelt. Er dann stell dir vor, wie mit jeder Ausatmung jede Zelle deines Körper und deine ganzer lächelnder Körper in die Welt lächelt. Nach einigen Atemzügen kehre mit deiner Aufmerksamkeit wieder ganz ins hier und jetzt zurück und spüre, wie es dir geht. Was hat sich verändert? Nimm es einfach wahr, ohne das, was du beobachten kannst zu bewerten.

 

 

Mantra-Meditation
Beginne wie beim „Lächelnden Körper“. Nach einigen bewussten Atemzügen sage dir im Geist mit jeder Einatmung „Ich liebe mich“ und mit jeder Ausatmung „so wie ich bin“. Du kannst auch ein für dich stimmiges Mantra wählen oder nur einzelne Worte, wie zum Beispiel mit der Einatmung „ruhig“ oder ganz einfach „ein“, mit der Ausatmung „tief“ oder „aus“.

 

 

Tätigkeiten im Alltag
„Egal was du machst, mach es zu 100% – mit deiner vollen Aufmerksamkeit. Ob es das Spielen mit deinen Kindern, das Zähneputzen, der Abwasch, das Essen, das Gemüseschneiden oder das Telefonat mit einem Freund ist. Übe dich mehr in Langsamkeit und führe eine Tätigkeit nach der anderen aus. Dadurch kommst du ganz im jetzigen Moment an – der einzige, in dem das Leben wirklich stattfindet.“

 

 

Wenn du mehr zum Thema Meditation erfahren willst und tiefer eintauchen möchtest, melde dich zu den Yoga fürs Leben Seminaren oder zu einem der Yogaspecials an. Ich freu mich auf dich!

 

Namasté